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Ein doppelseitig bedruckter A4-Zettel

16. Januar 2011

Ach, gerne würde ich erzählen, wie es so war, gestern, bei „König Lear“ im Schauspielhaus. Ich würde erzählen, dass ich Markus John, Samuel Weiss und Jana Schulz toll fand wie immer, Ute Hannig und Katja Danowski besser als gewohnt und Julia Nachtmann wie jedes Mal zum Davonlaufen. Ich würde etwas über eine kluge Bühnenlösung (Florian Parbs) erzählen und etwas über tolle Musik (Sebastian Weisner). Und ich würde versuchen, eine Antwort zu finden auf die Frage, weswegen mich die Inszenierung Georg Schmiedleitners so unglaublich kalt ließ, dass ich nicht einmal sagen kann, ob das jetzt eine gute Aufführung war oder eine schlechte; ich würde versuchen eine Antwort zu finden auf die Frage, weswegen ich das Theater nach knapp dreieinhalb Stunden so indifferent verlassen habe.
Ach, und dann erinnere ich mich daran, dass es ja ein Luxus ist, gar nicht immer unbedingt eine Meinung haben zu müssen, dann erinnere ich mich daran, gar kein Rezensionsblog mehr sein zu wollen. Dann bewege ich mich sanft auf einen Nebenschauplatz, schaue was der neue Schauspielhaus-Chefdramaturg Frank Behnke (den Christine Dössel einmal in einem ihrer hübschen „Ich gehe auf eine Party, mache ein paar Fotos und schreibe was drüber“-Texte erwähnte) so zum Einstand gemacht hat. Und rümpfe die Nase, weil, dazu habe ich dann schon eine Meinung, nämlich: Ein Programmheft, das eigentlich nur ein doppelseitig bedruckter A4-Zettel ist, eine Besetzungsliste auf der einen Seite und eine kurze historische Einordnung des Stücks auf der anderen, das finde ich, tut mir leid, ein wenig … lieblos, ja, das ist das richtige Wort.

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